Der Dezember fühlt sich für mich jedes Jahr ein bisschen an wie ein Spagat zwischen Jahresabschluss und Neuanfang. Zwischen Lichterketten, gefrorenem Boden, Stallalltag und Familienzeit. Ein Monat, der leise ist und gleichzeitig voll mit Momenten, die bleiben, und Gedanken, die schon ins nächste Jahr reichen.
Highlight des Monats
Bevor ich Kinder hatte, gab es an Heiligabend einen festen Termin: den Weihnachtsausritt. Am Vormittag, bevor Familienzeit und große Esserei begannen, ein paar schöne Stunden im Stall mit den Pferden verbringen.
Die letzten Jahre habe ich mir zwar die Stallzeit an Heiligabend nie nehmen lassen, aber ohne den obligatorischen Weihnachtsausritt. Denn seit Jahren mache ich an diesem Tag den Stalldienst und das durchaus auch mit Kind und Kegel.
Dieses Jahr habe ich den Termin ganz bewusst fest in den Kalender eingetragen. Und damit es auch ja keine Ausreden gibt, habe ich mich direkt mit einer Einstellerin verabredet. Und so machten wir uns an Heiligabend, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und eisigem Wind, auf zu einem Weihnachtsausritt.
Meinem Weihnachtsausritt.
Für dieses Jahr steht der Termin übrigens schon im Kalender: 24.12.2026 Weihnachtsausritt.

Fuck-up des Monats
Im Dezember blieb ich glücklicherweise von größeren Katastrophen verschont. Keine bösen Überraschungen, keine echten Tiefschläge. Natürlich lief nicht alles perfekt, aber manchmal ist es schon ein Erfolg für sich, wenn ein Monat einfach ruhig und stabil verläuft und genau so durfte sich der Dezember anfühlen.
Pferdemoment des Monats
Ich finde es ja eigentlich ziemlich kitschig , aber es gibt sie wirklich: diese „once-in-a-lifetime“-Pferde.
Bei mir ist das ohne jeden Zweifel Keks. Salopp gesagt: Ohne ihn wäre ich heute nicht da, wo ich bin. Ohne ihn gäbe es keinen Aktivlernstall Pferdeglück. Ohne ihn gäbe es nicht einmal diese Webseite. Denn – das wissen wahrscheinlich nur noch die wenigsten – sie begann einmal als klassischer Blog im Tagebuchformat. Damals schrieb ich über meine Herausforderungen mit Keks und meine Herangehensweise an bestimmte Themen.
Das ist inzwischen über zehn Jahre her. Keks wird dieses Jahr 23 Jahre alt.
Kannst du dir vorstellen, welches Pferd ich zum Weihnachtsausritt mitgenommen habe?
Natürlich meinen Keksi.
Und ich wünsche mir von Herzen, dass wir noch ganz viele Weihnachtsausritte zusammen erleben dürfen.
Trainermoment des Monats
Im Dezember habe ich bei Möppi den Fokus etwas stärker auf das Springen gelegt. Möppi ist dabei eigentlich eine sichere Bank, denn er springt immer. Und zwar wirklich immer. Leider passt es dabei nicht immer, und er neigt dazu, über Sprünge von gerade einmal 50 cm riesige Sätze zu machen.
In den Wochen zuvor hatte ich bereits viel mit Vorlegestangen gearbeitet. Im Dezember habe ich dann meist nur einen einzelnen Sprung als Kreuz aufgebaut. Das Ziel war klar: Rhythmus finden und passende Distanzen reiten.
Und was soll ich sagen?
Das intensive Training – sowohl durch mich als auch im Rahmen der Reitstunden – hat sich gelohnt. Von zahlreichen Sprüngen waren nur zwei wirklich unpassend. Die meisten waren von der Distanz her stimmig, im Fluss und mit einem richtig guten Gefühl über dem Sprung.
Kleine und große Projekte des Monats
✔️ ganz viel weihnachtliche Stangenarbeit im Rahmen der Reitstunden
✔️ erste Heulieferung von der hofansässigen Landwirtschaft (zuvor hatte ich das Heu extern zugekauft)
✔️ Adventsreiten mit den Bambinis
✔️ Ausritt am 1. Weihnachtstag mit den Kindern
✔️ Hangtraining, als die Wiesen gefroren waren
✔️ Sprung ins neue Jahr
✔️ ganz viel Equikinetic, um die Pferde über den Winter fit zu halten
✔️ Weihnachtsfeier im Stall


Trainingstipp des Monats
In diesem Monat möchte ich dir eine Übung vorstellen, die ich auch mit Möppi genutzt habe, um Rhythmus- und Distanzgefühl zu schulen.
Platziere dafür auf den langen Seiten – auf dem dritten Hufschlag – idealerweise Cavalettis oder kleine Sprünge. Alternativ reicht auch eine einzelne Bodenstange, je nach Ausbildungsstand von dir und deinem Pferd.
Nachdem dein Pferd aufgewärmt ist, startest du auf der ganzen Bahn:
- Galopparbeit auf der ganzen Bahn ohne Cavalettis
- Galopparbeit auf der halben Bahn mit dem Cavaletti bei X
- Galopp ganze Bahn und Überwinden der Cavalettis
- Verkürze die Galoppsprünge in der größeren Distanz (z. B. statt fünf nun sechs Sprünge)
- Vergrößere die Galoppsprünge in der größeren Distanz (z. B. statt fünf nun vier Sprünge)
- Nutze das Cavaletti bei X für den Handwechsel

Praxistipps:
Zähle die Galoppsprünge laut mit, denn das hilft enorm, den Rhythmus zu finden. Verkürze die Galoppsprünge nicht, indem du am Zügel ziehst, sondern arbeite stattdessen über deinen Sitz. Beim Handwechsel über X stelle dein Pferd bewusst um und sortiere Gewicht und Schenkel neu. Wenn es mit dem Umspringen in den richtigen Galopp noch nicht klappt, korrigiere den Galopp über den Trab und gönne deinem Pferd zwischen den Übungsteilen ausreichend Pausen.
Links des Monats
Zum Weiterlesen: Die Dezember Blogbeiträge
Weihnachtliche Stangenarbeit: 6 Aufbauideen mit Übungen
November Recap 2025: Ruhe kehrt ein
Persönliche Herausforderung des Monats
Die wohl größte Herausforderung im Dezember ist für mich jedes Jahr die Weihnachtszeit. Mit einem eigenen Stall gibt es kein plötzliches „Urlaub machen“, wie es für viele andere selbstverständlich ist. Über Weihnachten waren die Kinder gut zwei Wochen komplett zu Hause und parallel dazu läuft die tägliche Stallarbeit ganz normal weiter.
Ich kann dir sagen: Das ist jedes Jahr ein echter Spagat. Einer, den ich aber von Herzen gerne mache, weil ich liebe, was ich tue. Und so klingelte auch über Weihnachten bei mir um 6 Uhr der Wecker, ich erledigte vormittags die Arbeiten im Stall und nachmittags blieb dann genug Zeit für meine Familie.






