April Recap 2026: Zwischen Laufeinheit und Vertrauensarbeit

9. Mai 2026 | Recap

Manchmal sind es gar nicht die großen Ereignisse, die einen Monat besonders machen. Manchmal sind es die kleinen Momente, die einem noch lange im Gedächtnis bleiben. Im April gab es davon einige: einen Ausritt, bei dem ich unfreiwillig zur Joggerin wurde, einen Haflinger mit klaren Vorstellungen vom Thema Wasser, ein Kräuterprojekt mit einer Reitschülerin und viele kleine Schritte im Training mit Krümel. Außerdem wurde im Stall natürlich wieder fleißig gelernt, gearbeitet und gelacht.

Wenn der Ausritt zur Laufeinheit wird

An einem Dienstag holte ich meine Tochter Janne früher aus der Schule ab und wir fuhren in den Stall. Sie hatte sich gewünscht, mit Paulchen ausreiten zu gehen. Gesagt, getan. Wir putzten Paulchen, kratzten die Hufe aus und sattelten ihn.

Janne ritt also los und ich lief nebenher. Wir ritten an den See und dann über kleinere Wege auf die großen Wiesen bei uns auf dem Hof Medewege. Auf den kleinen Waldwegen lag Janne mir bereits in den Ohren, dass sie gerne traben möchte. Das machten wir. Sie trabte, ich im Laufschritt nebenher. Dann wieder Schritt. Zugegebenermaßen auch zu meiner Erholung. Janne rief aber direkt: „Nochmal“. Also ging es weiter im Trab und ich fing langsam an zu bereuen, dass ich feste Stallschuhe und keine Turnschuhe anhatte.

Recap April 2026

Da Paulchen absolut brav war und Janne reiterlich alles gut umsetzen konnte, entschied ich, dass Janne versuchen sollte, voraus zu traben. Das Antraben war etwas holprig, aber sie bekam es hin. Sie trabte bis zu einem bestimmten Punkt, den wir vorher vereinbart hatten, und parierte dann wieder durch. Das wiederholten wir ein paar Mal, bis Paulchen sich einmal die Zügel mopste, um kurz danach anzuhalten, weil dort ein Grasbüschel zu erhaschen war. Janne schnappte sich die Zügel und unterband das Fressen sofort.

Abgesehen davon, dass ich am Ende komplett aus der Puste war und die falschen Schuhe anhatte: Wie toll bitte ist mein Pony? Der Kleine kann ja schon frech sein, aber er hat das so brav gemacht und es war tatsächlich auch das erste Mal, dass ich jemanden mit Paulchen „so frei“ im Gelände habe reiten lassen.

Warum ich die Kinder nicht als Handpferd mitnehme

Ich werde oft gefragt, warum ich die Kids nicht als Handpferd mit ins Gelände nehme. Die Antwort ist einfach: Es ist mir zu unsicher. Wenn ich am Boden mitlaufe, dann kann ich besser eingreifen, als würde ich selbst auf dem Pferd sitzen.

Natürlich kann ich nicht alles verhindern. Mein Ziel ist es aber, das Risiko so weit wie möglich zu reduzieren und den Kindern gleichzeitig sichere Erfahrungen im Gelände zu ermöglichen.

Fürs Foto steht er dann gleich perfekt

Von wem rede ich hier wohl? Natürlich von keinem anderen als Möppi. Mein Haflinger Möppi ist bekanntlich mein Scherzkeks im Stall, wenn auch ein liebenswerter. Er hat stets eine eigene Meinung zu allem, was wir tun.

Wir waren ausreiten am See. Wenn ich Wasser sehe, dann kann ich nicht anders, dann muss ich da mit den Ponys rein. Ist ja schließlich auch eine gute Übung für die Pferde. Möppi geht grundsätzlich nicht ins Wasser. Zumindest nicht vorwärts. Ich weiß nicht, wieso, aber er macht es einfach nicht – und das konsequent seit Jahren. Stelle ich ihn aber am Wasser hin und reite ihn rückwärts hinein, dann ist das kein Problem.

Wie sagte Juliane so schön: „Fürs Foto steht er dann gleich perfekt.“

So viel also zum Thema Wassertraining. Vorwärts ins Wasser? Auf gar keinen Fall. Rückwärts? Kein Problem.

Girls Day im Aktivlernstall Pferdeglück

Ebenfalls im April war der Girls Day. Dieses Mal war eine meiner Reitschülerinnen zu Besuch. Zusammen hatten wir uns ein richtiges Projekt vorgenommen. Wir wollten den Pferden eine Kräuterkiste bauen.

Vor ein paar Jahren hatten wir schon einmal ein Kräuterbeet für die Pferde angelegt. Der Versuch ist sprichwörtlich in die Hose gegangen, denn die Pferde haben einfach alles zertrampelt.

Nun also ein neuer Versuch mit einer Kräuterkiste. Aus Holz, das ich ohnehin noch übrig hatte, bauten wir eine Box. Diese wurde von außen noch mit Wetterschutzlasur angestrichen und anschließend mit Erde befüllt. Eigentlich wollte ich fertige Pflanzen kaufen. Da es diese aber im Baumarkt nicht gab, haben wir Folgendes ausgesät:

  • Ringelblume
  • Kamille
  • Petersilie
  • Minze
  • Fenchel

Zum Weiterlesen:
Wissenswertes zu Kräutern für Pferde

Damit die Pferde dann nicht gleich alles herausrupfen, bevor die Pflänzchen angewachsen sind, haben wir zwischen Erde und Schutznetz gut 20 cm Platz gelassen. Nun heißt es Daumen drücken, dass alles anwächst und die Pferde unsere Kräuterkiste annehmen. Und vor allem nicht zerstören.

Recap April 2026

Vertrauensarbeit statt Reiten

Bereits im März habe ich das Training mit meinem neuen Pferd Krümel aufgenommen, aber im vergangenen Recap noch nicht berichtet, was ich aktuell mache und wo mein Fokus liegt.

Krümel ist ein Pferd, das bereits angeritten ist, aber von einer abgeschlossenen Grundausbildung würde ich noch nicht sprechen. Natürlich darf man auch nicht vergessen, dass für ihn hier erstmal alles neu ist. Neuer Stall, neue Pferde, neuer Mensch, neuer Reitplatz, neues Gelände.

Mir ist es total wichtig, dass ein so junges Pferd ganz viele positive Erfahrungen macht – vor allem mit mir, denn ich möchte da oben irgendwann draufsitzen. Mir würde es nichts bringen, wenn ich nach ein paar Tagen einen Sattel anschleppe, um anzufangen, ihn zu reiten. Schließlich könnte er immer sagen: „Äh nein, ich kenne dich überhaupt nicht.“ Zumal er ja auch nicht aus einem laufenden Reitbetrieb kommt, wo er viel mit wechselnden Reitern zu tun hatte oder es gewohnt war, mehrfach in der Woche geritten zu werden.

Gerade bei jungen Pferden bin ich der Meinung, dass Vertrauen nicht entsteht, weil man etwas fordert, sondern weil man sich die Zeit nimmt, gemeinsam Erlebnisse zu sammeln.

Alles ist ein Prozess und wir gehen diesen Weg Schritt für Schritt. Im April lag mein Fokus weiterhin im Vertrauensaufbau mit Bodenarbeit, ausgedehnten Spaziergängen und der Arbeit an der Longe. Insbesondere an der Longe hatten wir zwischenzeitlich auch echte Missverständnisse und es ging nochmal ein paar Schritte zurück. Und das ist auch vollkommen in Ordnung.

Was sonst noch so los war

Neben den größeren Projekten gab es natürlich noch viele weitere schöne Momente im Stall:

✔️ erste Ausritte im Reitunterricht

✔️ Voltigieren im Reitunterricht

✔️ Arbeitseinsatz mit den Einstellern

✔️ Neue Weideflächen auf der Obstbaumwiese (natürlich nur bis zur Apfelreife)

✔️ frische Knabberäste für die Pferde

Recap April 2026
Recap April 2026

Neu erschienene Blogbeiträge

Hier kannst du die im April erschienen Blogbeiträge nachlesen:

Zum Weiterlesen:
März Recap 2026: Der Stall erwacht aus dem Winterschlaf
Die Hilfengebung beim Reiten einfach und anschaulich erklärt

Ausblick auf den nächsten Monat

Im Mai werden wir die letzten Pferde final anweiden und die bereits angeweideten Pferde gehen auf die großen Koppeln. Außerdem steht das erste kleine Turnier des Jahres an, und eine kleine Auszeit für mich an der Ostsee.

Zudem bin ich gespannt, wie sich unsere Kräuterkiste entwickelt und welche Fortschritte Krümel im Mai machen wird. Langweilig wird es jedenfalls nicht.

Recap April 2026

Wenn dir der Beitrag gefallen hat, dann teile ihn gerne mit deinen Freunden!

Über den Autor

Über den Autor

Claudia ist die Gründerin von DAS Reitlernsystem, Trainerin (FN zertifiziert), Managerin im Pferdesport (IST) und Biologin (Diplom). Seit 2020 leitet sie den Aktivlernstall Pferdeglück in Schwerin. Faires Reiten, ein guter Sitz, eine korrekte Hilfengebung und ganz viel Abwechslung stehen in ihren Reitstunden im Mittelpunkt. Ihre Philosophie der systematischen und abwechslungsreichen Reitausbildung findet sich in DAS Reitlernsystem wieder – offline und online!

Ähnliche Beiträge

Mit der DAS Reitlernsystem Ponypost bleibst du immer auf dem Laufenden! Du erfährst als Erstes, wenn ein neuer Blogbeitrag online geht. Du erhältst exklusive Tipps für dein Training und Einblicke direkt in dein E-Mail Postfach. Natürlich für 0 Euro!