Im vergangenen Jahr fiel Halloween auf einen Freitag. Freitags sind bei uns im Aktivlernstall Pferdeglück immer die Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren zum Reiten da. Das haben wir zum Anlass genommen, ein paar Halloween-Spiele mit dem Pony vorzubereiten.
Für Kinder in diesem Alter steht nicht das Reitenlernen im Vordergrund, sondern der Umgang mit dem Pony sowie die ersten Bewegungserfahrungen. Außerdem lieben Kinder es, kleine Aufgaben zu lösen. Auf spielerische Art und Weise werden hier das Vertrauen zum Pony, die Geschicklichkeit und das Gleichgewicht geschult.
Meine Ideen für das Halloween Reiten kannst du für wenig Geld und mit ein bisschen Zeit ganz einfach umsetzen – und glaub mir, es lohnt sich!
Bevor es losgeht
Achte darauf, dass Sicherheit immer an erster Stelle steht. Die Kinder sollten unbedingt einen gut sitzenden Reit- oder Fahrradhelm tragen, auch wenn sie nur geführt werden. Wähle für das Halloween Reiten ein ruhiges, erfahrenes Pony, das Geräusche, flatternde Deko oder verkleidete Kinder gelassen hinnimmt. Gerade an Halloween kann die Stimmung schnell aufregend werden. Deshalb lieber einmal mehr eine kleine Pause einlegen oder das Pony loben, wenn es ruhig bleibt. So haben alle Spaß, und die Kinder können sich ganz entspannt auf ihre Aufgaben konzentrieren.
Wenn alles vorbereitet ist und Ponys und Kinder bereit sind, kann das Halloween Reiten beginnen. Die folgenden Spielideen bringen Bewegung, fördern das Vertrauen zwischen Kind und Pony und sorgen für jede Menge Lachen und leuchtende Kinderaugen.

1. Kürbis-Slalom
Der Slalom ist ein echter Klassiker im Kinderreitunterricht, und zu Halloween bekommt er mit Kürbissen einen ganz besonderen Look. Male vorab Gesichter auf die Kürbisse und baue sie anschließend in einer Reihe mit etwas Abstand zueinander auf. Dafür eignen sich kleine Hokkaido-Kürbisse. Die sehen nicht nur hübsch aus, sondern lassen sich später abwaschen und zu Suppe verarbeiten – nachhaltig und lecker!
Führe dein Pony mit dem Kind im Sattel durch den Slalom. Achte darauf, dass das Kind ruhig sitzt und das Pony gleichmäßig läuft. Wenn alles gut klappt, kannst du den Schwierigkeitsgrad steigern:
- mit ausgestreckten Armen reiten
- mit geschlossenen Augen reiten
- einen kleinen Plastikkürbis auf einem Löffel balancieren
Diese Aufgabe sorgt nicht nur für jede Menge Spaß, sondern fördert auch Gleichgewicht und Konzentration.

2. Geister-Pylonen-Wurfspiel
Für dieses Spiel brauchst du Pylonen, die du in kleine Geister verwandelst. Nimm ein altes Betttuch oder eine Tischdecke, schneide sie in passende Stücke und lege sie über die Pylonen. Mit etwas dunkler Wolle fixierst du den Stoff und malst anschließend noch gruselige Gesichter auf. Und fertig sind deine Pylonen-Geister!
Verteile die Geister auf dem Reitplatz und führe das Pony mit dem Kind zu ihnen. Das Ziel ist es, einen Reifen über einen Geist zu werfen. Wenn das gut funktioniert, kannst du den Schwierigkeitsgrad anpassen:
- kleinere Ringe statt Reifen verwenden
- den Abstand zu den Pylonen vergrößern
- das Pony an den Pylonen vorbeiführen, ohne anzuhalten, während das Kind wirft
Mit diesem Spiel werden Koordination, Zielgenauigkeit und Mut gefördert.

3. Halloween-Tastbox
Bastle eine gruselige Tastbox, zum Beispiel in Form eines Monsters. Dafür bemalst du einen Karton und schneidest vorne eine Öffnung als „Mund“ hinein. Im Inneren befestigst du kleine Plastikspinnen oder Ähnliches.
Nun führst du das Pony mit dem Kind zur Tastbox. Das Kind streckt die Hand in den Mund des Monsters und ertastet, was sich darin verbirgt. Anschließend soll es sagen, welche Tiere es gefühlt hat und wie viele es zählen konnte.
Wenn du die Aufgabe steigern möchtest, lege verschiedene Tiere hinein oder lass die Kinder weiter zählen. So wird das Spiel nicht nur spannender, sondern auch zu einer kleinen Konzentrationsübung.
Praxistipp: Ich habe insgesamt sechs Spinnen in die Box geklebt. Das war für die Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren völlig ausreichend.

4. Halloween-Dosenwerfen
Das klassische Dosenwerfen passt perfekt zu Halloween, wenn du es ein bisschen gruselig gestaltest. Beklebe dafür leere Konservendosen mit weißem Papier und male sie anschließend in den typischen Halloween-Farben Weiß, Orange und Schwarz an. Wenn die Farbe trocken ist, bekommen die Dosen noch ein passendes Gesicht, und schon sind die kleinen Geisterdosen fertig.
Als Wurfbälle eignen sich Tennis- oder Schaumstoffbälle. Wenn du magst, kannst du daraus kleine Geister basteln: Schneide ein Stück Stoff (zum Beispiel ein altes Bettlaken) zurecht, hülle den Ball ein, binde ihn mit einem Faden zusammen und male ein Gesicht darauf.
Staple die Dosen auf einem Tisch oder Ähnlichem. Führe das Pony mit dem Kind bis zu einer markierten Linie, zum Beispiel einer Stange am Boden. Das Kind darf nun nacheinander seine Geisterbälle werfen und versuchen, möglichst viele Dosen zu treffen.
Das Spiel fördert die Koordination und sorgt für jede Menge Spaß, insbesondere wenn die Dosen zu Boden fallen.
Praxistipp: Um die Koordination effektiv und spielerisch zu schulen, haben wir im Aktivlernstall Pferdeglück die Kinder abwechselnd mit rechts und links werfen lassen. Und wie sagte ein vierjähriges Mädchen: „Das wirft sich aber lustig mit dem falschen Arm.“

5. Reiten unter einem Spinnennetz
Spanne zwischen zwei Sprungständern ein Spinnennetz aus dunkler Wolle. Ziehe die Fäden kreuz und quer auf unterschiedlichen Höhen. Daran kannst du mit Wäscheklammern kleine Spinnen oder Fledermäuse befestigen. Ich hatte noch kleine Kürbisse übrig, die wir dafür genommen haben.
Führe das Pony langsam an das Netz heran. Das Kind sitzt im Sattel und soll eine der Spinnen oder einen der Kürbisse abnehmen. Dafür muss es sich meist etwas strecken und mit beiden Händen arbeiten: Eine Hand löst die Wäscheklammer, die andere hält die Beute fest. Das erfordert Konzentration und Geschicklichkeit.
Wenn du mehrere Spinnen aufhängst, kann das Kind nach und nach alle einsammeln. Eine schöne Idee ist es auch, kleine Belohnungen (zum Beispiel Bonbons) auf die Rückseite zu kleben.

6. Pferdewissensspiel
Theorie gehört auch für die Kleinsten spielerisch dazu, und mit dem Pferdewissensspiel kannst du Wissen und Spaß wunderbar verbinden. Drucke dafür einige Monsterbilder aus und klebe auf die Rückseite kleine Abbildungen, die jeweils eine Frage ergeben. Wenn du die Karten öfter nutzen möchtest, laminiere sie am besten.
Hier ein paar Ideen für die Rückseiten:
- Putzsachen: Das Kind soll den richtigen Namen nennen (z. B. Striegel, Kardätsche, Wurzelbürste).
- Pferdefarben: Das Kind benennt die Fellfarbe (z. B. Schimmel, Rappe, Brauner).
- Pferderassen: Das Kind benennt die Rasse. Wähle Rassen, die bei dir im Stall wohnen, denn das macht es für die Kinder greifbarer.
- Futter & Pflanzen: Das Kind entscheidet, ob das Pferd das fressen darf oder nicht (z. B. Heu, Apfel, Tomate, Pflaume).
Praxistipp: Für kleine Kinder ist es oft schwierig, Pferderassen und -farben auseinanderzuhalten. Deshalb ist es sinnvoll, ihnen zu erklären, was damit gemeint ist. Zum Beispiel: „Das Pony ist ein Isländer. Das ist die Rasse. Sein Fell hat eine schwarze Farbe, deswegen ist es ein Rappe.“
Verteile die Monsterkarten gut sichtbar auf dem Reitplatz, zum Beispiel am Zaun oder an Sprungständern. Führe das Pony und lass das Kind selbst entscheiden, zu welchem Monster es reiten möchte. Es darf sich strecken, die Karte abnehmen und die Rückseite anschauen. Stelle dann die passende Frage.
Ein wunderbares Spiel, um Wissen zu festigen, die Aufmerksamkeit zu schulen und gleichzeitig das Selbstvertrauen der Kinder zu stärken!

Ein unvergesslicher Reittag für kleine Geister
Mit ein bisschen Vorbereitung und Fantasie wird Halloween im Reitstall zu einem echten Erlebnis. Die Kinder sammeln verschiedene Bewegungserfahrungen, stärken ihr Gleichgewicht und lernen, sich auf ihr Pony zu verlassen – ganz spielerisch und ohne Leistungsdruck.
Wenn du magst, kannst du die Spiele jedes Jahr ein wenig abwandeln oder neue Ideen hinzufügen. So bleibt das Halloween Reiten immer spannend – für kleine Geister, mutige Hexen und natürlich für die Ponys.
Praxistipp: Wir zählen bei den einzelnen Spielen keine Punkte. Denn es geht nicht ums Gewinnen oder darum, dass einer besser ist als der andere, sondern um eine schöne Zeit mit den Ponys.
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